Analoge Videobänder kommen nun in die Wechseljahre. Sie wechseln, bedingt durch jahrelanges Nichtspielen, von wertvollen Familienerinnerungen zu durch Störungen verunstaltetem Geflimmer.
Obwohl von den Bandherstellern immer wieder geleugnet, gibt es auch bei den meisten analogen Videobändern den so genannten „Durchkopier – Effekt". Bei Tonband Amateuren seit Jahrzehnten bekannt, werden bei langer Lagerung der Bänder die Informationen durch den Wickel auf den darunterliegenden Teil des Bandes kopiert. Dies tritt besonders bei billigen Bandsorten auf. Dadurch entstehen bei der Wiedergabe Störungen.
Ein weiteres Problem sind Aufnahmen im LP (Long Play) Modus. Bei LP wird die Bandgeschwindigkeit und somit auch die Qualität reduziert. Speziell beim Bildsuchlauf ist die Qualitätsverschlechterung bemerkbar.
Dazu kommt noch, dass es für den LP Modus keinen Wiedergabestandard gibt. LP Aufnahmen müssen nur mit dem Gerät störungsfrei wiedergegeben werden können mit dem sie aufgenommen wurden. Im Normalfall werden aber diese Aufnahmen von besseren Geräten in annehmbarer Qualität abgespielt. Obwohl die reduzierte Bandgeschwindigkeit die Qualität der Aufnahme sichtbar beeinträchtigt, selbst bei Kassetten mit High-Grade-Beschichtung, wurde sie früher angesichts hoher Kassetten-Preise gerne genutzt.
Die schon geringe Auflösung der V8 und VHS-Aufzeichnung, ca. 220 Linien horizontal (SVHS/Hi8 ca. 440, DVD ca. 600) sinkt im LP-Modus auf unter 180 Linien. Im Longplay-Modus bewegt sich das Band mit halber SP-Geschwindigkeit, was zu einem Spurbild mit nur noch halb so breiten Videospuren führt. Rekorder mit Longplay-Funktion verfügen deswegen über schmälere Videoköpfe.
Im Standard-Play-Modus werden von diesen schmalen Köpfen nur die Mitten der Bildspuren gelesen. Nimmt man mit einem longplay fähigen VHS-Rekorder in Normalgeschwindigkeit auf, so schreibt dieser auch nur diese schmäleren Spuren mit einem sogenannten Rasen dazwischen. Damit ist die entstehende SP-Aufnahme zwar mit allen nicht-longplay fähigen VHS-Geräten kompatibel, allerdings mit reduzierter Bildqualität, da das Abspielen einer schmäleren Spur zu einem geringeren Wiedergabepegel führt.
Wenn ein Gerät Longplay kann ist es ein Amateurgerät. Studiogeräte können kein Longplay da die Qualität zu schlecht ist!
Auch wir können das bei bestehenden Aufnahmen nicht ändern, jedoch verwenden wir bei dem Überspielen auf DVD oder Festplatte professionelle Studio-Player. Mit diesen können der Tonpegel sowie die Signalstärke exakt eingestellt werden. Durch einen Time Base Corrector mit Drop Out Compensation und Digital Noise Reduction kann Helligkeit, Kontrast und Farbsättigung korrigiert und auch das Bildrauschen reduziert werden, erst dann wird das stabilisierte Signal auf das gewünschte Medium kopiert. Dadurch erreichen wir ein Maximum an möglicher Qualität.!


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